24. 02. 2025
Verfasst von: Sascha Koch, Katrin Keller
Geodaten mit künstlicher Intelligenz erforschen
80 Prozent aller Entscheidungen, ob in Wirtschaft, Wissenschaft, Verwaltung, Politik oder Privatleben, haben einen räumlichen Bezug – diese Faustregel der Geoinformation gilt auch im Zeitalter der künstlichen Intelligenz. Die Jade Hochschule hat die Plattform CoSAIR entwickelt, auf der sich Geodaten mithilfe von KI in Echtzeit verarbeiten lassen. Eingesetzt werden kann die Plattform zum Beispiel für die Wärmewende, im Umwelt- und Ressourcenschutz sowie in der Aus- und Weiterbildung.
Gute Forschungsbedingungen für den KI-Nachwuchs
Raumbezogene Daten aus mobilen, autonomen Systemen wie zum Beispiel aus Land- und Wasserfahrzeugen oder Flugdrohnen werden von der neuen Plattform verarbeitet – intelligent und schnell, auch bei sehr großen Datenmengen. Die Jade Hochschule hat die KI-Infrastruktur im Projekt CoSAIR (Collaborative Spatial Artificial Intelligence in Realtime) entwickelt. Acht Professoren aus allen drei Studienorten bringen ihre KI-Expertise in das Projekt ein. „Unser übergeordnetes Ziel ist es, die Aus- und Weiterbildung von KI-Nachwuchs in der Wissenschaft und Wirtschaft zu fördern“, sagt Projektleiter Prof. Dr. Sascha Koch. Daher steht die Plattform auch für Kooperationsprojekte mit Wirtschaftspartnern zur Verfügung.
Wärmewende in der Praxis planen
Aktuell identifizieren die Forschenden mit Hilfe der KI-Plattform regionale Eignungsgebiete für die kommunale Wärmeplanung, was die Kommune entlasten soll. Sowohl lokale Klimaschutzstrategien von Wohnungsbaugesellschaften als auch gesetzlich definierte Ebenen wie Baublocks, Straßenabschnitte oder Flüsse fließen in die automatisierte Gebietseinteilung mit ein. Zudem lässt sich die Plattform für die automatisierte Steuerung der zukünftigen Wärmeversorgung von Gebäuden und Industrieanlagen ohne fossile Energie nutzen. „KI kann auch dabei helfen, geeignete Potenzialflächen für Geothermie auf Grundstücken zu identifizieren“, versichert Sascha Koch.
KI entdeckt Plastikmüll und fördert Nachhaltigkeit
In einem anderen Projekt wenden Forschende der Jade Hochschule KI an, um Plastikmüll in Gewässern zu detektieren. Hierzu verarbeitet und wertet die KI sehr große raumbezogene Datenmengen aus, die mit dem Forschungsflugzeug der Hochschule erhoben wurden. In weiteren Projekten werden KI-basierte Lösungen konzipiert und entwickelt, die helfen, Lebensmittelverschwendung zu vermeiden oder bei Operationen in Krankenhäusern zu assistieren. „Unsere CoSAIR-Plattform wird im hochschuleigenen Rechenzentrum betrieben – also unabhängig von den cloudbasierten KI-Plattformen namhafter IT-Unternehmen“, informiert Sascha Koch. „Dies ist besonders wichtig, wenn sensible Daten ausgewertet werden.“ Das Bundesforschungsministerium fördert das Projekt CoSAIR.
Hier finden Sie weitere Informationen:
- CoSAIR – Kollaborative räumliche Künstliche Intelligenz in Echtzeit, Plattform Lernende Systeme
Institut für Angewandte Photogrammetrie und Geoinformatik
Institut für Angewandte Photogrammetrie und Geoinformatik

26121 Oldenburg

26121 Oldenburg